Gesellschaftliche Wahrnehmung

Gesellschaftliche Wahrnehmung und Bewertung von waldbasierten Ökosystemleistungen

Hier finden Sie englisch- und deutschsprachige Zusammenfassungen von Veröffentlichungen zu Ergebnissen aus dem Teilprojekt 4 - Gesellschaftliche Wahrnehmung und Bewertung von waldbasierten Ökosystemleistungen.

Using the visitor-employed photography method to analyse deadwood perceptions of forest visitors: a case study from Bavarian Forest National Park, Germany

This study investigates visitors’ perceptions and preferences regarding the characteristics of deadwood in the Bavarian Forest National Park (SE-Germany). Visitor-employed photography has been used to collect information about visitors’ preferences. Deadwood is the second most photographed forest element which underlines its important role in forest perception. Even though deadwood photographs are evaluated significantly worse than most other forest elements, most visitors nevertheless associate deadwood photographs with a positively rated forest image. Based on the relationship between aesthetics and recreation revealed in the interviews, it can be concluded that the forest path during the hike was both pleasant and restful. This is confirmed by the post-trip interviews, showing that a higher proportion of deadwood is associated with more aesthetics or recreational value. Regarding deadwood structure results show that deadwood fragments and debris are perceived negatively, while root stocks were assessed more positively. We also found a gradient with positive evaluations increasing with progressing decomposition.
Rathmann, J., Sacher, P., Volkmann, N. & Mayer, M. (2020). Using the visitor-employed photography method to analyse deadwood perceptions of forest visitors: a case study from Bavarian Forest National Park, Germany. European Journal of Forest Research.

Towards quantifying forest recreation: Exploring outdoor thermal physiology and human well-being along exemplary pathways in a central European urban forest (Augsburg, SE-Germany)

Contact with nature can help to reduce stress, enhance stress resilience, promote mental and physical health and has a positive impact on people’s mood. Beside urban park and residential green, recreation in urban forests can act as therapeutic means. From a climatological point of view, urban and periurban forests and green spaces provide a number of benefits particularly including air temperature and humidity control as well as air pollution reduction. Due to their compensating thermal effects urban green and urban forests may help to counteract potentially health relevant effects of urban warming. The main objective of our study is to explore the quantification of forest recreation based on measurement campaigns for the combined simultaneous recording of relevant features along routes comprising varying urban structural types (ranging from built up to densely forested areas). Combining data on subjective well-being and objective data on human physiology can help to quantify health effects of varying environments. The study area is the urban forest of Augsburg, in the German Federal State of Bavaria, Southern Germany.
Our results substantiate clear cut and statistically significant climatic differences among varying urban environments (i.e. local climate zone categories) and prove the potential positive effects of urban forests/urban green on bioclimatic conditions (e.g. via a reduction in maximum air temperatures during summer). Moreover, the beneficial effects of urban green structures on human physiological parameters (e.g. reductions in heart rate) could be verified.

Rathmann, J., Beck, C., Flutura, S., Seiderer, A., Aslan, I. & André, E. (2020). Towards quantifying forest recreation: Exploring outdoor thermal physiology and human well-being along exemplary pathways in a central European urban forest (Augsburg, SE-Germany). Urban Forestry & Urban Greening, 49, 126622.

Spatially-explicit mapping of forest benefits and analysis of motivations for everyday-life’s visitors on forest pathways in urban and rural contexts

Research on recreation in forests often aims at quantifying the recreational area, counting the numbers of visitors, or assessing the attractiveness of forest characteristics. The nature and spatial patterns of local recreation within a forest area are far harder to detect. Recreational behavior and perceived forest benefits (FB) such as fresh air or tranquility are weakly studied.
Meyer, M.A., Rathmann, J. & Schulz, C. (2019). Spatially-explicit mapping of forest benefits and analysis of motivations for everyday-life’s visitors on forest pathways in urban and rural contexts. Landscape and Urban Planning, 185, 83–95.

Wahrnehmung der natürlichen Waldentwicklung im Nationalpark Harz durch Besucher

Wälder stellen ein breites Spektrum an Ökosystemleistungen für Menschen bereit und sind eine der wichtigsten Landnutzungsformen in Deutschland. Künftig sollen höhere Flächenanteile deutscher Wälder allein der natürlichen Entwicklung überlassen werden. In den Kernzonen der meisten deutschen Nationalparks können schon seit einiger Zeit natürliche Abläufe und dadurch veränderte Waldzustände beobachtet werden. Umso wichtiger ist es daher zu ermitteln, wie diese natürlichen Waldzustände – vor allem der zunehmende Totholz-Anteil – von Waldbesuchern wahrgenommen und bewertet werden, welche Präferenzen Letztere haben und wie sich einzelne Gruppen von Waldbesuchern voneinander unterscheiden. Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer Besucherbefragung im Nationalpark Harz aus dem Jahr 2014, bei der u.a. drei Hauptgruppen von Waldbesuchern ermittelt wurden. Dabei zeigt sich, dass die Wahrnehmung der natürlichen Waldentwicklung im Nationalpark Harz durch die Besucher heterogen und nicht immer konsistent ist. Totholz sollte nach Meinung der Befragten in den Nationalparkwäldern belassen werden. Bei der Frage nach der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark sind die Probanden gespalten. Aufklärungsbedarf besteht weiterhin über die Aufgaben und Ziele von Nationalparks in Bezug auf natürliche Waldentwicklung.
Sacher, P., Kaufmann, S. & Mayer, M. (2017). Wahrnehmung der natürlichen Waldentwicklung im Nationalpark Harz durch Besucher. Naturschutz und Landschaftsplanung, 49 (1): 291–299.

 

Weitere Veröffentlichungen:

Szenarien der Waldentwicklung in Bayern bis 2045 und 2075 - Ergebnisse einer Delphi-Studie mit ausgewählten Waldexperten

Diese Arbeit enthält die Ergebnisse einer Delphi-Befragung mit ausgewählten Waldexperten, die in zwei Befragungsrunden zwischen 2016 und 2017 im Rahmen des BioHolz-Projektes durchgeführt wurde und die künftigen Waldentwicklung in Bayern thematisierte. Ziel dieser Befragung war die Entwicklung von explorativen Szenarien, welche die künftige Waldentwicklung unter jeweils anderen Voraussetzungen beschreiben.
Die wahrscheinlichste Entwicklung wird durch das Status Quo-Szenario vorgegeben, das von konstanten Einflussfaktoren ausgeht. Darunter stechen besonders der Klimawandel sowie die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz hervor. Sie wurden nicht nur von den meisten Experten genannt, sondern auch als besonders wichtig eingeschätzt. Aber auch die Rolle des Naturschutzes wurde als wichtiger Einflussfaktor erkannt, der sich in allen Szenarien in einem Spannungsfeld zwischen Segregation und Integration befindet.
Das Alternativszenario I ist etwas weniger wahrscheinlich als der Status Quo, es kann aber dennoch aufgrund vergleichbarer Tendenzen als mögliche Entwicklung angesehen werden. Sollten die Nachfrage nach Holz, sowie weitere Einflussfaktoren sich doch stärker als gedacht verändern, so würde dieses Szenario aufzeigen, mit welchen Herausforderungen die Wälder Bayerns konfrontiert werden würden. Diesen beiden steht das Alternativszenario II entgegen, welches von einer höheren Resilienz der Wälder ausgeht. Dementsprechend wurde es zwar als das unwahrscheinlichste eingeschätzt, dennoch können auch die darin geschilderten Entwicklungen eintreten, und zwar unter der Voraussetzung, dass insbesondere negative Einflüsse reduziert werden könnten.

Sacher, P. & Mayer, M. (2019). Szenarien der Waldentwicklung in Bayern bis 2045 und 2075 - Ergebnisse einer Delphi-Studie mit ausgewählten Waldexperten. Greifswalder Geographische Arbeiten. Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald, Greifswald. ISBN 978-3-86006-470-2. 80 S.

Bioklimatische und gesundheitliche Aspekte des Stadtwaldes Augsburg

Urbane Wälder stellen zahlreiche Ökosystemleistungen (ÖSD) bereit, die auch auf eine hohe Nachfrage stoßen (Chem & Jim 2008). Zu den kulturellen ÖSD zählt vorrangig die Erholung. Doch ist der Wald zugleich eine Gesundheitsressource; ein Thema, das zunehmend in der Öffentlichkeit aber auch in der Politik thematisiert wird. So gibt es vermehrt Angebote zu verschiedenen Formen einer Waldtherapie und seit 2016 einen ersten Therapie und Kurwald auf Usedom. Zwar existieren zahlreiche Studien, welche die klimatischen und humanbioklimatischen Effekte sowie die Erholungsleistung von Wäldern für Waldbesucher belegen, jedoch gibt es bislang keine Quantifizierung dieser Effekte unter Berücksichtigung unterschiedlicher Waldstrukturen.
Beck, C., Rathmann, J., Flutura, S. & Seiderer, A. (2019). Bioklimatische und gesundheitliche Aspekte des Stadtwaldes Augsburg. Jahresbericht 2018. Wissenschaftszentrum Umwelt Universität Augsburg. S. 40-44

Totholz: Ambivalenzen einer kulturellen Ökosystemleistung

Totholz spielt in Wäldern eine entscheidende Rolle als Grundlage für die Biodiversität und für zahlreiche ökologische Prozesse. Die Totholzmenge ist jedoch in Deutschland aufgrund der langen Nutzungsgeschichte und eines auf Maximierung des Holzertrags ausgerichteten Managements zumeist gering. Mit zunehmendem Bewusstsein für die ökologische Bedeutung von Totholz zielen Waldmanagementstrategien verstärkt darauf ab, Totholz in Wäldern zuzulassen. Dies könnte zu Konflikten mit Waldbesuchern führen, die einen „aufgeräumten“ Wald bevorzugen. Zentrales Anliegen der vorgestellten Studie ist es, die ambivalente Wahrnehmung von Totholz in einem kulturellen Umfeld, dem Augsburger Stadtwald, in aufeinander aufbauenden Schritten aus empirischer, ästhetischer und naturphilosophischer Perspektive zu untersuchen.
Voigt, U., Rathmann, J., Dehne, L., Nebel, J., Eberle, D. & Hüttinger, S. (2019). Totholz: Ambivalenzen einer kulturellen Ökosystemleistung. Jahresbericht 2018. Wissenschaftszentrum Umwelt Universität Augsburg. S. 68-72.

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.